Die Begegnung zwischen Alexander dem Großen und Diogenes von Sinope: Eine Lektion in Weisheit und Zufriedenheit (Transkipt)
Als die makedonische Armee die Stadt Korinth einnahm, erfuhr der Junge makedonische Prinz Alexander, der von dem berühmten Philosophen Aristoteles ausgebildet wurde, dass der berühmte Denker Diogenes von Sinope in der Stadt lebte. Schon als kleiner Junge war Alexander von den Geschichten begeistert, die Aristoteles über Diogenes den Kyniger erzählte.
Der exzentrische Denker lebte in völliger Enthaltsamkeit und Losgelöstheit von materiellen Besitztümern. Er war obdachlos und schlief in einem Fass es wurde gemunkelt, dass er auch eine Kalebasse besaß, aus der er Wasser trank. Als jedoch ein Kind sah, das mit den Händen Wasser trank, erkannte er, dass selbst das unnötig war. Laut Diogenes lebten die Menschen künstlich, das sie vom wahren Glück abhielt. Er verbrachte seine Tage auf der Suche nach einem ehrlichen Mann ohne jemals einzufinden, den er für legitim hielt.
Eines Tages begann Diogenes sich in der Öffentlichkeit zu entleeren. Als er gescholten wurde, sagte er, dass es keinen Grund gebe, sich für etwas zu schämen, das für jeden Menschen ganz natürlich sei. Deshalb erhielt er den Spitznamen Kyniker, der vom griechischen Wort kynon abgeleitet ist, was Hund bedeutet. Schließlich lebte der Philosoph auch wie ein solcher.
Als Alexander erfuhr, dass Diogenes in der Nähe war, bat er darum, zu ihm gebracht zu werden. Auf dem Weg dorthin sagte einer seiner Männer zu Alexander:“ Herr er ist ein Wahnsinniger.“
Als Philips Armee sich der Stadt näherte bevor die Griechen kapitulierten, rannte die gesamte Bevölkerung zu Hilfe. Als Diogenes dies sah, begann er wie der legendäre Sisyphus sein Fass einen Hügel hinaufzurollen, und als er den Gipfel erreicht hatte ließ es wieder hinunterrollen und begann von vorne. Auf die Frage, warum er dies tue, antwortete er, dass es ihm peinlich sei, alle herumzulaufen zu sehen, und er beschloss, dass er etwas dagegen tun sollte.
Alexander fand Diogenes auf dem Rücken liegend und in der Sonne vor. Der makedonische Prinz stellte sich vor ihn und sagte:“ Ich bin Alexander, Erbe von Makedonien und Held der Schlacht von Cariona! Weiser Diogenes, du kannst mich um alles bitten, was du willst, und wenn es in meiner Macht steht, werde ich es dir gerne geben.“ „Ah Alexander, du siehst fast aus wie der leibhaftige Apollo. Kannst du mir als Sonnengott das Licht der Sonne geben?“ „Es tut mir leid aber das kann ich nicht.“ „Dann geh mir aus dem Weg, denn du wirfst einen Schatten!“
Alexander ging mit rasendem Verstand und sein ganzes Gefolge konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Alexander blickte zurück und bewunderte die Zufriedenheit des weisen alten Mannes, der in der Sonne badete. Einer von Alexanders Freunden sagte zu ihm:“ Dieser Diogenes hat wirklich keinen klaren Kopf, oder?“ Alexander antwortete:“ Wenn ich nicht Alexander wäre, würde ich Diogenes sein wollen!“
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