• Die Merseburger Zaubersprüche
  • michael.otto@posteo.de
  • 10.04.2022
  • Geschichte
  • 6
  • Einzelarbeit, Partnerarbeit
  • Arbeitsblatt
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Ein aufregender Fund

Im Jahr 1841 fand ein deutscher Gelehrter in einem alten Buch zwei kurze, althochdeutsche Texte, die sich als Beschwörungen bzw. Zaubersprüche herausstellten.

Original der sog. Merseburger Zaubersprüche (ca. 1100 Jahre alt)
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Lies die Merseburger Zaubersprüche deinem Partner langsam vor.
  • Unterstreicht alle Wörter die euch irgendwie bekannt vorkommen (aus dem Deutschen oder Englischen)
  • Schreibt Vermutungen, was einzelne Wörter bedeuten könnten, auf die linke Seite oder unter das Gedicht

Eiris sâzun idisi,   sâzun hêra duoder.

suma haft heptidun,   suma heri lêzidun,

suma clûbodun   umbi cuniouuidi:

insprinc haptbandun,   infar uîgandun.

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Erster Merseburger Zauberspruch





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Erster Merseburger Zauberspruch

Eiris sâzun idisi,   sâzun hêra duoder.

suma haft heptidun,   suma heri lêzidun,

suma clûbodun   umbi cuniouuidi:

insprinc haptbandun,   infar uîgandun.

aus dem 9. Jhdt., wiederentdeckt im Jahre 1841
aus dem 9. Jhdt., wiederentdeckt im Jahre 1841

Phôl ende Uuodan fuorun zi holza.

dû uuart demo balderes folon sîn fuoz birenkit.

thû biguol en Sinthgunt, Sunna era suister;

thû biguol en Frîja, Folla era suister;

thû biguol en Uuodan, sô hê wola conda:

sôse bênrenki, sôse bluotrenki,

sôse lidirenki:

bên zi bêna, bluot zi bluoda,

lid zi geliden, sôse gelîmida sîn.

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Zweiter Merseburger Zauberspruch





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Zweiter Merseburger Zauberspruch

Phôl ende Uuodan fuorun zi holza.

dû uuart demo balderes folon sîn fuoz birenkit.

thû biguol en Sinthgunt, Sunna era suister;

thû biguol en Frîja, Folla era suister;

thû biguol en Uuodan, sô hê wola conda:

sôse bênrenki, sôse bluotrenki,

sôse lidirenki:

bên zi bêna, bluot zi bluoda,

lid zi geliden, sôse gelîmida sîn.

aus dem 9. Jhdt., wiederentdeckt im Jahre 1841
aus dem 9. Jhdt., wiederentdeckt im Jahre 1841
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Schon fertig?
Verfasse einen eigenen Zauberspruch.
(Z. B. einen Kriegsspruch, einen Friedensspruch oder einen Spruch, um fiebrige Krankheiten zu beenden.)
FUTHARK

Für die Zeit von ca. 200 bis ca. 750 n. C. finden sich in vielen damals germanisch sprechenden Gebieten Quellen, die in einem fremden Alphabet geschrieben sind, dem sogenannten FUTHARK.

Die Funde stammen vor allem aus Norwegen, Dänemark und teils Norddeutschland.

Eine einheitliche "germanische Kultur" ist jedoch nicht belegt. Das Alphabet Futhark entwickelte sich immer weiter und wurde noch lange in England und Nordeuropa benutzt (v. a. in Form des "jüngeren Futhark").

Quelle 1: Aus einem Geweih geschnitzter Kamm (ca. 150-200 n. C.) mit einer Inschrift in älterem Futhark. Eingeritzt ist eindeutig das Wort Harja. Ob das Krieger bedeutet oder einfach ein Name war, weiß man nicht.
Quelle 2: Stark verblasstes Runen-Graffito (ca. 1000 n. C.) aus der Hagia Sophia in Istanbul in jüngerem Futhark. Der Ursprungstitel lautete wohl Halfdan schrieb das hier.
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Unten siehst du das ältere Futhark.
  • Verfasse nun eine Geheimbotschaft oder deinen eigenen Namen in dieser alten germanischen Schrift.

  • Wenn du fertig bist, hebe die Hand und tausche deine Botschaft mit jemand anderem aus, der streckt. Entschlüsselt jeweils die Botschaft des anderen.

Das ältere Futhark (oben) und seine lautlichen Entsprechungen (unten)