Methodentraining

Übung: His­to­ri­sche Ar­gu­men­ta­ti­on

Thema: Die NS-​Gesellschaft - eine Volks­ge­mein­schaft?

Auf­ga­be: Set­zen Sie sich in Form einer his­to­ri­schen Ar­gu­men­ta­ti­on mit der oben ge­nann­ten Fra­ge­stel­lung und der Sicht­wei­se des His­to­ri­kers Klaus Hil­de­brand aus­ein­an­der, indem Sie
  • den Stel­len­wert der Volks­ge­mein­schaft für die NS-​Diktatur skiz­zie­ren,

  • die im Zitat the­ma­ti­sier­ten Aspek­te er­läu­ternd dar­stel­len und

  • zur Po­si­ti­on des Au­tors be­grün­det Stel­lung neh­men.
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Der His­to­ri­ker Klaus Hil­de­brand (2009):



Die vom Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­mus aus­ge­hen­de An­zie­hungs­kraft und seine so­zi­al be­ab­sich­tig­ten, teil­wei­se auch er­reich­ten Wir­kun­gen, Stan­des­un­ter­schie­de in der 'Volks­ge­mein­schaft' des 'Drit­ten Rei­ches' zu­min­dest in po­li­ti­scher und so­zi­al­psy­cho­lo­gi­scher Hin­sicht zu über­win­den, ver­deck­ten dabei übe ge­rau­me Zeit das ei­gent­lich Be­we­gungs­ge­setz des Hit­ler'schen Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­mus, die Ras­sen­idee. Ge­ra­de sie aber war [...] Kenn­zei­chen für die prä­ze­denz­lo­se Ei­gen­stän­dig­keit der neuen Welt­an­schau­ung und Pra­xis des 'Drit­ten Rei­ches'.

Hil­de­brand, Klaus: Das Drit­te Reich, Ol­den­bourg 2009.

 
 


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Hil­de­brand, Klaus: Das Drit­te Reich, Ol­den­bourg 2009.
Hil­de­brand, Klaus: Das Drit­te Reich, Ol­den­bourg 2009.

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Übung: His­to­ri­sche Er­ör­te­rung

Thema: Die NS-​Propaganda - Wirk­lich er­folg­reich und über­zeu­gend?

Auf­ga­be: Er­ör­tern Sie die Dar­stel­lung, indem Sie
  • das Ma­te­ri­al des His­to­ri­kers Bernd Jür­gen Wendt struk­tu­riert wie­der­ge­ben und die Po­si­ti­on und Ar­gu­men­ta­ti­on des Au­tors her­aus­ar­bei­ten,

  • die Be­deu­tung der NS-​Propaganda im Zuge der Gleich­schal­tung des Staa­tes er­läu­tern sowie

  • be­grün­det Stel­lung zur Leit­fra­ge neh­men.
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Der His­to­ri­ker Bernd Jür­gen Wendt un­ter­sucht die Wir­kung der na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da auf die Be­völ­ke­rung:



Drin­gend muss davor ge­warnt wer­den, un­kri­tisch aus den oft ein­drucks­vol­len Pro­duk­ten der na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da etwa durch die un­kom­men­tier­te Vor­füh­rung von Wo­chen­schau­en oder Pro­pa­gan­da­fil­men be­reits auf ihre tat­säch­li­che Wir­kung zu schlie­ßen.
Re­sis­tenz oder An­fäl­lig­keit ge­gen­über na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ti­scher Pro­pa­gan­da und In­dok­tri­na­ti­on waren we­sent­lich ab­hän­gig von der po­li­ti­schen Ein­stel­lung, dem so­zi­a­len und po­li­ti­schen Mi­lieu, in dem man auf­ge­wach­sen war und lebte, von Er­zie­hung und Schul­bil­dung, Wohn­ort und per­sön­li­chem Um­feld. Go­eb­bels war stets be­müht, in einer tak­ti­schen „Va­ri­a­ti­ons­to­le­ranz
(Bra­cher) pro­pa­gan­dis­ti­sche In­dok­tri­na­ti­on dif­fe­ren­ziert nach den Adres­sa­ten und schich­ten­spe­zi­fisch ein­zu­set­zen, auch ge­wis­se Rück­sich­ten auf kul­tu­rel­les Erbe und bür­ger­li­che Tra­di­ti­ons­pfle­ge zu neh­men, ste­ri­le Uni­for­mi­tät zu ver­mei­den und dort, wo er es für an­ge­bracht hielt, etwa bei der Dar­bie­tung eines deut­schen (!) Jazz, in der Schla­ger­kul­tur oder bei Hol­ly­wood­fil­men selbst noch mit der emi­grier­ten Mar­le­ne Diet­rich* die Zügel zu lo­ckern. [...]

Die Pro­pa­gie­rung der Idee des Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­mus, so ver­schwom­men und ek­lek­tisch* sie auch sein moch­te, stieß dort auf eine zu­sätz­li­che Re­so­nanz, wo sie of­fen­kun­dig Er­fol­ge auf­wei­sen konn­te. Denn das Leben da­mals ver­hieß vie­len, die vor­her davon nicht ein­mal zu träu­men ge­wagt hat­ten, um den Preis der po­li­ti­schen An­pas­sung einen hö­he­ren Grad an Mo­bi­li­tät, frei­e­re Le­bens­for­men [...], ma­te­ri­el­le Vor­tei­le wie einen Ar­beits­platz, die Chan­ce in­di­vi­du­el­le Be­wäh­rung nicht­aka­de­mi­sche Kar­ri­e­re­mus­ter, so­zi­a­le Be­treu­ung oder auch ein rei­ches An­ge­bot für die Ge­stal­tung der Frei­zeit mit KdF-​Reisen, Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen usw."



*Mar­le­ne Diet­rich war nach ihrem Welt­erfolg mit Der blaue Engel von 1930 die be­kann­tes­te deut­sche Schau­spie­le­rin. Sie stell­te sich gegen die Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ten und ging in die USA.
*ek­lek­tisch: zu­sam­men­ge­sucht, ohne ei­ge­nen Stil

(Bernd Jür­gen Wendt, Deutsch­land 1933 -1945. Das Drit­te Reich, Han­no­ver 1995, S. 142-144.)

 
 
 
 

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(Bernd Jür­gen Wendt, Deutsch­land 1933 -1945. Das Drit­te Reich, Han­no­ver 1995, S. 142-144.)

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