• Lebensphase ALTER
  • MNWeG
  • 12.05.2022
  • AES
  • 9
  • Arbeitsblatt
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Im Alter gibt es keine aufeinanderfolgenden Phasen der Entwicklung wie bei kleinen Kindern. Die Altersforschung hat festgestellt, dass es im Alter große Unterschiede zwischen den Menschen gibt. Diese zeigen sich im körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Bereich. In allen Lebensphasen gemeinsam steht das Bedürfnis, kompetent zu sein. Dadurch wird die persönliche Entwicklung befördert. Zur Kompetenz gehören alle lebenspraktischen Fähigkeiten und sozialen Fertigkeiten, die ein Mensch zur gelungenen Gestaltung seines Lebens befähigt.

Fähigkeiten

Steigerung möglich

weitgehende Erhaltung

häufige Veränderungen

körperliche

Geschicklichkeit

Widerstandsfähigkeit bei Dauerbelastung

Muskelkraft, Hörsinn Beweglichkeit, Sehvermögen, Tastsinn

geistige

Urteilsfähigkeit,
Ausdrucksvermögen,
positive Einstellung zu Arbeit

Allgemeinwissen,
Langzeitgedächtnis,
Lernfähigkeit

geistige Beweglichkeit,
Reaktionsvermögen,
Abstraktionsvermögen,
Kurzzeitgedächtnis

psychische

Kommunikationsfähigkeit,
Beständigkeit

Aufmerksamkeit,
Konzentrationsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit

psychische Belastbarkeit,
Risikobereitschaft

soziale

Teamfähigkeit,
Verantwortungsbewusstsein,
Zuverlässigkeit

Bedürfnis nach Nähe

1
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eigenständig
1x
erhalten
2x
gesund
1x
gleich
1x
nachlassen
1x
steigern
2x
Unterschiede
1x
verschlechtern
1x
  • Im Alter gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen. Je nach dem, welche Erfahrungen sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, sind sie im Alter unterschiedlich gesund und eigenständig. Manche Eigenschaften können sich steigern, während andere Eigenschaften eher nachlassen. Die Fähigkeit, eine positive Einstellung zur Arbeit zu haben, kann sich steigern. Das Reaktionsvermögen und das Kurzzeitgedächtnis hingegen können sich verschlechtern. Bei vielen älteren Menschen bleibt das Bedürfnis nach Nähe weitgehend erhalten. Auch das Allgemeinwissen und die Konzentrationsfähigkeit bleiben erhalten. Man kann also nicht sagen, dass alle Menschen gleich älter werden.

Viele Menschen bemerken mit 60, 70 oder 75, dass sie den Alltag  

anders erleben. Die Veränderungen im Gefühlshaushalt (Psyche) sind  

individuell verschieden, aber durch drei Grundlinien charakterisiert:

  • Die Ausschläge zwischen entgegengesetzten emotionalen Polen                                          werden kleiner, also zwischen himmelhoch jauchzend und tief betrübt.
  • Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale, die die                                               Person schon als jungen Menschen auszeichneten, verstärken sich.
  • Introvertiertes, also abschirmendes, zögerndes Verhalten nimmt eher                                        zu, während offenes Verhalten eher abnimmt.

Die Veränderungen der Emotionalität des alternden Menschen werden leider oft verzerrt wahrgenommen, nämlich als „Abbau“ in  Richtung Depression, Traurigkeit und Unzufriedenheit mit dem Leben. „Wie könnte es anders sein, wenn man den langsamen 'Verfall’ des eigenen Körpers miterlebt?“, werden sich viele junge Menschen fragen. Diese Perspektive ist jedoch irreführend.

Richtig ist, dass die Zufriedenheit mit Gesundheit und auch Sexualität mit zunehmendem Alter abnimmt, wie eine repräsentative Befragung von 2000 Frauen und Männern aus dem Jahr 2012 zeigt. Entscheidend ist aber auch, dass in anderen Bereichen wie Wohnen und Finanzen sowie bei Männern in der Partnerschaft die Zufriedenheit im Alter steigt. Insgesamt bleibt deshalb die Lebenszufriedenheit bis ins hohe Alter weitgehend konstant und erfährt erst kurz vor dem Tod einen Einbruch.

Wichtig für diese Stabilität sind soziale und persönliche Ressourcen. Dagegen bedrohen Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen, fehlende feste Partnerschaft, soziale Isolation, Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus, starke Leistungsorientierung und eine negative Selbsteinschätzung und -wahrnehmung die Lebenszufriedenheit im Alter.

Zufriedenheit steigt bei…

Zufriedenheit lässt nach bei…

Wohnen

Sexualität

Finanzen

Gesundheit

Partnerschaft

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Wie kann ein zufriedenes Leben im Alter gelingen? Beschreibe mithilfe des Textes.
Lösung2
Wie kann ein zufriedenes Leben im Alter gelingen? Beschreibe mithilfe des Textes.
Stabilität, soziale und persönliche Ressourcen, keine Arbeitslosigkeit, genügend Einkommen, feste Partnerschaft, soziale Integration, gute Persönlichkeitsmerkmale, keine Leistungsorientierung, positive Selbsteinschätzung und -wahrnehmung, die Lebenszufriedenheit im Alter.