• Deutungsansätze formulieren und begründen
  • Magdalena_Arnold
  • 06.01.2026
  • Deutsch
  • Schreiben
  • M (Mindeststandard)
  • 10
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Input und Übun­gen

Worum geht es hier?
  • Eine Aus­sa­ge oder Deu­tung mit einem Zitat be­le­gen

  • Einen Deu­tungs­an­satz be­grün­den

  • Einen ei­ge­nen Deu­tungs­an­satz for­mu­lie­ren

Eine Aus­sa­ge oder Deu­tung mit einem Zitat be­le­gen

Lies im Stark-​Trainer 10 auf der Seite 5 (Ver­si­on 2024) den Ab­schnitt Eine Aus­sa­ge oder Deu­tung mit einem Zitat be­le­gen.



Zum Zi­tie­ren gibt es schon einen Input und Übun­gen. Schau dir die­sen Input noch­mals an und schau dir die Übun­gen an, ob du sie schon er­le­digt hast. Falls nicht, ist jetzt ein guter Zeit­punkt! ;-)



1. Bei­spiel: Sach­text:

Von dir wird ge­for­dert, zu fol­gen­der Be­haup­tung ein Zitat im Text, der dir in der Prü­fung vor­liegt, zu fin­den:



Be­haup­tung:

Das Thema Um­welt­schutz ist heut­zu­ta­ge be­son­ders wich­tig, da die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels immer deut­li­cher wer­den.



Zitat:

„Un­se­re Um­welt ver­än­dert sich schnel­ler, als wir es uns vor­stel­len kön­nen. Der Kli­ma­wan­del sorgt dafür, dass die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen, die Wet­ter­be­din­gun­gen sich ver­än­dern und immer mehr Tiere und Pflan­zen ge­fähr­det sind. Um die­sen Ge­fah­ren ent­ge­gen­zu­wir­ken, müs­sen wir jetzt han­deln.“ (Z. 1ff.)



Die­ses Zitat stellt klar, warum Um­welt­schutz ein ak­tu­el­les und wich­ti­ges Thema ist. Es un­ter­stützt die Be­haup­tung, dass die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels sicht­bar wer­den und drin­gen­de Maß­nah­men er­for­der­lich sind.



2. Bei­spiel: Li­te­ra­ri­scher Text:



Be­haup­tung:

In vie­len Kurz­ge­schich­ten wird ge­zeigt, wie schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen das Leben von Men­schen stark be­ein­flus­sen kön­nen.



Zitat:

„Er hatte nur einen Au­gen­blick, um zu ent­schei­den, aber in die­sem Mo­ment schien die ganze Welt still­zu­ste­hen. Was er jetzt tat, würde alles ver­än­dern – sein Leben und das der an­de­ren.“ (Z.10f.)

1
Übun­gen dazu:

Stark Trai­ner 10, S. 39, Auf­ga­be 3
S. 66, Auf­ga­be 3
S. 88, Auf­ga­be 4
S. 101, Auf­ga­be 4

Selbst­kon­trol­le im Lö­sungs­teil des Stark Trai­ners
Einen Deu­tungs­an­satz be­grün­den

Lies im Stark Trai­ner 10, S. 5 den Ab­schnitt zu die­sem Thema.



Hier ein Bei­spiel aus einem Sach­text:

An­ge­nom­men dir liegt der fol­gen­de Deu­tungs­an­satz vor, den du mit Bei­spie­len aus dem Text be­le­gen und ei­gen­stän­dig be­grün­den sollst.



Deu­tungs­an­satz:

Der Autor des Tex­tes zeigt, dass der Kli­ma­wan­del eine Ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen und der ge­sam­ten Ge­sell­schaft dar­stellt. Die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels sind nicht nur ein zu­künf­ti­ges Pro­blem, son­dern be­tref­fen uns alle be­reits heute.



So könn­te deine Be­grün­dung lau­ten:

Im Text wird be­schrie­ben, wie die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels längst sicht­ba­re Fol­gen haben: Es wird von Hit­ze­wel­len in städ­ti­schen Ge­bie­ten und über­schwemm­ten Land­stri­chen be­rich­tet. Der Autor nennt auch ex­tre­me Wet­ter­ereig­nis­se wie Dür­ren, die die Natur und Land­wirt­schaft be­reits in vie­len Tei­len der Welt be­dro­hen. Au­ßer­dem wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass jeder Ein­zel­ne ge­for­dert ist, Maß­nah­men zu er­grei­fen, etwa durch En­er­gie­spa­ren und Re­duk­ti­on des CO2-​Ausstoßes, um die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels zu ver­rin­gern. An ver­schie­de­nen Stel­len wird be­tont, dass der Kli­ma­wan­del nicht mehr in der Zu­kunft liegt, son­dern un­se­re Ge­gen­wart be­trifft und wir als Ge­sell­schaft jetzt han­deln müs­sen.



Hier ein Bei­spiel aus einem li­te­ra­ri­schen Text:



Deu­tungs­an­satz:

In Franz Kaf­kas Die Ver­wand­lung wird das Thema der Ent­frem­dung des In­di­vi­du­ums be­han­delt. Gre­gor Samsa, der sich nach sei­ner Ver­wand­lung als Un­ge­zie­fer nicht mehr mit sei­ner Fa­mi­lie iden­ti­fi­zie­ren kann, steht sym­bo­lisch für die Iso­la­ti­on des mo­der­nen Men­schen.









Fort­set­zung

So könn­te deine Be­grün­dung lau­ten:

Im Text wird be­schrie­ben, wie Gre­gor Samsa nach sei­ner Ver­wand­lung in ein Un­ge­zie­fer immer mehr von sei­ner Fa­mi­lie ent­frem­det wird. Zu­nächst ist er auf­grund sei­ner neuen Er­schei­nung in sei­nem ei­ge­nen Zim­mer ein­ge­sperrt, und seine Fa­mi­lie re­agiert zu­neh­mend mit Ab­leh­nung und Angst. Gre­gor hat Schwie­rig­kei­ten, mit sei­nen Ver­wand­ten zu kom­mu­ni­zie­ren, da er nicht mehr in der Lage ist, sich in sei­ner mensch­li­chen Form aus­zu­drü­cken. Dies sym­bo­li­siert, wie das mo­der­ne Leben und ge­sell­schaft­li­che Er­war­tun­gen den Ein­zel­nen iso­lie­ren und ent­frem­den kön­nen. Ein wei­te­res Bei­spiel ist, dass Gre­gor vor sei­ner Ver­wand­lung für das Wohl sei­ner Fa­mi­lie ge­ar­bei­tet hat, aber nach sei­ner Ver­wand­lung als „nütz­li­ches Fa­mi­li­en­mit­glied“ nicht mehr ak­zep­tiert wird. Statt­des­sen wird er als Last emp­fun­den, was die zu­neh­men­de Ent­frem­dung von ihm als In­di­vi­du­um ver­deut­licht.

Die Ver­än­de­rung von Gre­gor, so­wohl äu­ßer­lich als auch in sei­ner Rolle in der Fa­mi­lie, stellt me­ta­pho­risch die Ent­frem­dung des mo­der­nen Men­schen von sei­nen Mit­men­schen und der Ge­sell­schaft dar, was Kafka durch diese dra­ma­ti­sche Wen­dung sei­ner Figur un­ter­streicht.

2
Übun­gen dazu:

Stark Trai­ner 10, S. 33, Auf­ga­be 5
S. 66, Auf­ga­be 5a)
S. 101, Auf­ga­be 5
Einen ei­ge­nen Deu­tungs­an­satz for­mu­lie­ren

Lies im Stark Trai­ner 10, S. 6 den Ab­schnitt zu die­sem Thema.



Hier ein Bei­spiel für einen li­te­ra­ri­schen Text:



Du sollst einen ei­ge­nen Deu­tungs­an­satz for­mu­lie­ren, be­grün­den und am Text be­le­gen:



Dein mög­li­cher Deu­tungs­an­satz:

In der Kurz­ge­schich­te Der Spa­zier­gang zeigt der Autor, wie die Haupt­fi­gur im All­tag nach Frei­heit und Selbst­be­stim­mung sucht. Der Spa­zier­gang wird dabei zum Sym­bol für sei­nen Wunsch, sich von den Zwän­gen der Ge­sell­schaft zu be­frei­en. Der Wunsch nach Frei­heit zeigt sich bei­spiels­wei­se darin, dass der Prot­ago­nist al­lein spa­zie­ren geht und in einem in­ne­ren Mo­no­log be­schreibt, wie er sich wäh­rend des Spa­zier­gangs von All­tags­ver­pflich­tun­gen und Ge­sell­schafts­nor­men be­frei­en kann. Der Spa­zier­gang wird also zu einer Flucht vor der Nor­ma­li­tät, in der er sich frei fühlt.

Der Mann spricht dar­über hin­aus von sei­ner Un­zu­frie­den­heit mit den Er­war­tun­gen der Ge­sell­schaft, wie Ar­beit und Ver­pflich­tun­gen. Der Spa­zier­gang wird somit zu einem Akt des Wi­der­stands gegen diese Er­war­tun­gen, wo­durch er in Kon­flikt mit der Ge­sell­schaft gerät.

3
Übun­gen dazu:
Stark Trai­ner 10, S. 66, Auf­ga­be 5b)
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