- Textsorte bestimmen: Interview, Glosse, Kommentar (Sachtext)
- Magdalena_Arnold
- 13.01.2026
- Deutsch
- Textsorten
- 10
Du kennst von einem vorherigen Input schon die Textsorte Reportage (als eine der journalistischen Darstellungsformen). Hier lernst du drei weitere: Interview, Glosse und Kommentar.
Ein Interview ist eine journalistische Darstellungsform, bei der eine Person (Interviewerin) einer anderen Person (Interviewpartnerin) gezielt Fragen stellt, um Informationen, Meinungen oder Erfahrungen zu erhalten.
Die Aussagen werden wörtlich oder sinngemäß wiedergegeben.
Ziel:
Die Leser*innen sollen Informationen aus erster Hand erhalten.
Merkmale eines Interviews
besteht aus Fragen und Antworten
Gesprächspartner wird namentlich vorgestellt
Fragen sind vorbereitet und themenbezogen
Antworten werden wörtlich zitiert
sachlicher, klarer Stil
oft Einleitung mit Anlass und Thema
wird meist im Präsens verfasst
keine erfundene Inhalte

https://editor.mnweg.org/montessorischule-kaufering/dokument/textsorte-bestimmen-interview-glosse-kommentar-sachtext
Beispiel eines Interviews

Quelle: https://www.zeit.de/2010/18/Interview-Museum
https://editor.mnweg.org/montessorischule-kaufering/dokument/textsorte-bestimmen-interview-glosse-kommentar-sachtext
Alles, außer Lederhosen. Markiere im Text, dann begründe in ganzen Sätzen und Beispielen aus dem Text, warum diese Textsorte vorliegt.
Schulalltag
Freizeit
Praktikum
Social Media
Formuliere deine Fragen vorher schriftlich und nimm das Interview mit deinem/deiner Interviewpartner*in auf. Hört es euch anschließend gemeinsam an und reflektiert: Was fällt euch auf? Waren es gute Fragen, auf die die/der Interviewte ausführlich statt einsilbig antworten konnte?
👉 Achte auf: Einleitung, klare Fragen, wörtliche Antworten.
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Ein Kommentar ist eine journalistische Textsorte, in der der Autor oder die Autorin zu einem aktuellen Thema Stellung bezieht.
Im Gegensatz zu anderen Sachtexten enthält der Kommentar eine klare Meinung, die begründet wird.
Ziel:
Die Leser*innen sollen zum Nachdenken angeregt oder überzeugt werden.
Merkmale eines Kommentars

behandelt ein aktuelles Thema
enthält eine klare Meinung
Meinung wird begründet (Argumente, Beispiele)
sachlich, aber wertend
persönliche Sprache möglich
endet oft mit Appell oder Fazit
Autor*innenname wird genannt
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Beispiel eines Kommentars

Quelle: Hamburger Abendblatt, 19.05.2010
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Kollektives Versagen. Markiere im Text, dann begründe in ganzen Sätzen und Beispielen aus dem Text, warum diese Textsorte vorliegt.
Kollektives Versagen - denke auch daran, einen Basissatz als Einleitung zu schreiben. Arbeite im Heft.
Schreibe einen kurzen Kommentar (ca. 120–150 Wörter) zu einem Thema wie:
- Handyverbot an Schulen
- Greenwashing in der Textilindustrie
- Tierversuche für kosmetische Zwecke
- Social Media für Jugendliche erst ab 16?
- Wehrpflicht
- irgendein aktuelles Thema, das dich gerade beschäftigt.
👉 Achte auf: klarer Aufbau, klare Meinung, Begründung, Schluss.
Arbeite im Heft.
Warum ist es wichtig, Kommentare von neutralen Berichten unterscheiden zu können?
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Eine Glosse ist eine kurze journalistische Textsorte, die ein aktuelles Thema humorvoll, ironisch oder überspitzt darstellt.
Sie kritisiert Missstände, nimmt sie aber nicht ganz ernst, sondern überzeichnet sie.
Ziel:
Die Leser*innen sollen schmunzeln und gleichzeitig nachdenken.
Merkmale einer Glosse
greift ein alltägliches oder aktuelles Thema auf
nutzt Humor, Ironie oder Übertreibung
Kritik ist versteckt
kurze Textform
lockerer, spielerischer Stil
oft überraschender Schluss

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Beispiel einer Glosse
Das Streiflicht
(SZ) Trotz gelegentlicher Klagen von Gefressenen ist man dem Volk der Bären doch eigentlich recht zugetan. Die Art ihres Umherstreifens mit dickem Hintern, der schöne Brauch eines Winterschlafs nach ausgiebiger Völlerei, die Lust auf Süßkram - das alles sind angenehm nachvollziehbare Eigenschaften. Zudem hat sich der Bär auf der Kaffeemilch, als Berlin-Maskottchen und als Gottschalk-Accessoire gerade auch im deutschen Banal-Alltag einen liebenswerten Platz erkämpft. Was nun die Wissenschaft als neueste Erkenntnis zu dieser Spezies verlauten lässt, tut dieser Sympathie keinen Abbruch, im Gegenteil: Bären haben, wie süß!, Angst vor Ufos. Fliegt eines über seinem Revier, läuft der Bär zwar nicht gleich davon, aber sein Herz schlägt hoch bis zum Kragenfell, und die ganze Bärenexistenz ist ihm mit einem Mal unsicher.
Nicht anders ergeht es dem Menschen, wenn sich auf ihn vom Himmel herab Unbekanntes senkt. Nur dass er eben vielleicht erahnen kann: Aha, das ist jetzt eine von diesen Drohnen, von denen alle immer schreiben. Herzrasen hat er dann aber trotzdem, weglaufen will er am liebsten auch. Schließlich weiß er nicht, ob die Drohne nur von betrunkenen Halbstarken gesteuert wird oder von mordlüsternen Banden, ob er gerade transkontinental ausgespäht wird oder es nur das lang erwartete Paket ist, das auf diese Weise zugestellt wird? Drohne, das ist ja schon lautmalerisch immer auch ein Drohen. Man muss bedenken, der Bär kennt all diese neumodischen Ufo-Deutungen ja nicht. Er fürchtet sich trotzdem. Er möchte, dass das Ufo bitte weiterfliegt, in einen anderen Wald, zu einem anderen Bären. Jeder Bär ist sich nämlich auch selbst der Nächste. Leise zittern ihm die Teddyflanken. Die Forscher stürzt das in eine nicht unbeträchtliche Krise. Schließlich hatten sie mit den Drohnen ein feines Spielzeug entdeckt und mussten nicht mehr selbst durch unwegsame Nationalparks laufen, um nachzusehen, ob die Bären auch pünktlich aus dem Winterschlaf erwacht sind. Ja, die ganze altbackene Tierbeobachterei war wieder im Aufwind. Aber jetzt hat das dicke Tier ausgerechnet vor Ufos Angst. Und niemand möchte schuld daran sein, dass ein Bluthochdruck-Bär eines Tages vom Schreck getroffen zu Boden sinkt.
Bevor sie nun aber aufgeben und die Drohnen wieder nur über Menschenrevieren kreisen lassen, wollen die Wissenschaftler etwas ausprobieren, nämlich ob die Bären nicht vielleicht an Ufos gewöhnt werden könnten? Zu dem Zweck lassen sie jetzt Drohnen über dem Bärengehege dröhnen, und die Kardiologen messen gleichzeitig der Bären Puls. Nach ein paar Wochen, so die Hoffnung, sind die Tiere diesbezüglich abgestumpft und regen sich nicht mehr auf. Dann könnte wieder ungestört Ufo gespielt werden. Und der Bär wäre dem Menschen noch ein bisschen ähnlicher geworden.
Das Streiflicht
(SZ) Trotz gelegentlicher Klagen von Gefressenen ist man dem Volk der Bären doch eigentlich recht zugetan. Die Art ihres Umherstreifens mit dickem Hintern, der schöne Brauch eines Winterschlafs nach ausgiebiger Völlerei, die Lust auf Süßkram - das alles sind angenehm nachvollziehbare Eigenschaften. Zudem hat sich der Bär auf der Kaffeemilch, als Berlin-Maskottchen und als Gottschalk-Accessoire gerade auch im deutschen Banal-Alltag einen liebenswerten Platz erkämpft. Was nun die Wissenschaft als neueste Erkenntnis zu dieser Spezies verlauten lässt, tut dieser Sympathie keinen Abbruch, im Gegenteil: Bären haben, wie süß!, Angst vor Ufos. Fliegt eines über seinem Revier, läuft der Bär zwar nicht gleich davon, aber sein Herz schlägt hoch bis zum Kragenfell, und die ganze Bärenexistenz ist ihm mit einem Mal unsicher.
Nicht anders ergeht es dem Menschen, wenn sich auf ihn vom Himmel herab Unbekanntes senkt. Nur dass er eben vielleicht erahnen kann: Aha, das ist jetzt eine von diesen Drohnen, von denen alle immer schreiben. Herzrasen hat er dann aber trotzdem, weglaufen will er am liebsten auch. Schließlich weiß er nicht, ob die Drohne nur von betrunkenen Halbstarken gesteuert wird oder von mordlüsternen Banden, ob er gerade transkontinental ausgespäht wird oder es nur das lang erwartete Paket ist, das auf diese Weise zugestellt wird? Drohne, das ist ja schon lautmalerisch immer auch ein Drohen. Man muss bedenken, der Bär kennt all diese neumodischen Ufo-Deutungen ja nicht. Er fürchtet sich trotzdem. Er möchte, dass das Ufo bitte weiterfliegt, in einen anderen Wald, zu einem anderen Bären. Jeder Bär ist sich nämlich auch selbst der Nächste. Leise zittern ihm die Teddyflanken. Die Forscher stürzt das in eine nicht unbeträchtliche Krise. Schließlich hatten sie mit den Drohnen ein feines Spielzeug entdeckt und mussten nicht mehr selbst durch unwegsame Nationalparks laufen, um nachzusehen, ob die Bären auch pünktlich aus dem Winterschlaf erwacht sind. Ja, die ganze altbackene Tierbeobachterei war wieder im Aufwind. Aber jetzt hat das dicke Tier ausgerechnet vor Ufos Angst. Und niemand möchte schuld daran sein, dass ein Bluthochdruck-Bär eines Tages vom Schreck getroffen zu Boden sinkt.
Bevor sie nun aber aufgeben und die Drohnen wieder nur über Menschenrevieren kreisen lassen, wollen die Wissenschaftler etwas ausprobieren, nämlich ob die Bären nicht vielleicht an Ufos gewöhnt werden könnten? Zu dem Zweck lassen sie jetzt Drohnen über dem Bärengehege dröhnen, und die Kardiologen messen gleichzeitig der Bären Puls. Nach ein paar Wochen, so die Hoffnung, sind die Tiere diesbezüglich abgestumpft und regen sich nicht mehr auf. Dann könnte wieder ungestört Ufo gespielt werden. Und der Bär wäre dem Menschen noch ein bisschen ähnlicher geworden.
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Quelle: Süddeutsche Zeitung, 13.08.2015
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Das Streiflicht. Markiere im Text, dann begründe in ganzen Sätzen und Beispielen aus dem Text, warum diese Textsorte vorliegt.
- WLAN-Ausfall
- frühes Aufstehen
- Schulmensa
- Lesetagebuch
- unsere Oberstufe :-)
👉 Nutze zahlreiche Stilmittel (vgl. Materialpaket dazu), u.a. Ironie und Übertreibung!
Arbeite im Heft.
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Teste dein Wissen!
Ein ist ein subjektiv-wertender Text, in dem ein namentlich genannter zu einem aktuellen Thema . ordnen Nachrichtenmeldungen in Zusammenhänge ein, die Hintergründe und Argumente für die eigene Meinung an, wobei eine Sprache verwendet wird. Häufig wird die Meinungsäußerung auch in Form von oder ausgedrückt, was auf eine Sprache hinweist. Das Ziel eines ist die des Lesers.
Gut zu wissen ist, dass eine Sonderform des der ist, der meistens vom Chefredakteur verfasst wird.
Wortspeicher
Aufforderungen;
führen;
argumentative;
Autor;
appellative;
Beeinflussung;
subjektiv wertender;
Leitartikel;
erhellen;
Kommentar;
Stellung nimmt;
Wünschen
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Teste dein Wissen!
Das stellt eine Befragung durch dar, mit dem Ziel, Informationen oder zu ermitteln. Es gibt verschiedene Formen von .
Ein zur hat den Zweck, ein möglichst des Gesprächspartners zu zeichnen, indem persönliche Lebensumstände, Meinungen und ähnliche Aspekte erfragt werden. Im Gegensatz dazu wird bei einem zur ein Experte zu einem befragt, wie beispielsweise zu , Entscheidungen oder .
Gut zu wissen ist, dass nur die wenigsten wörtlich in den Medien erscheinen. In der Regel dienen der Recherche, um zu erhalten oder sich von Experten erklären zu lassen.
Wortspeicher
klares Bild;
komplizierte Sachverhalte;
bestimmten Thema;
Sachverhalte;
Person;
aktuellen Tagesgeschehnissen;
persönliche;
Zitate;
Sache;
einen oder mehrere Fragesteller;
Ereignissen;
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Teste dein Wissen!
Die hingegen ist ein , oft auch Kurzkommentar zu einem Thema. Sie unterscheidet sich in erster Linie vom Kommentar nicht in der , sondern in ihrer und beinhaltet oft die als Stilmittel.
Wortspeicher
Ironie;
polemischer;
sprachlichen Form;
Themenwahl;
ironisch-witziger;
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