• LaTeX: Abstände und Text in Formeln
  • MNW-Publisher
  • 18.03.2026
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: Ab­stän­de und Text in For­meln

Ab­stand hal­ten!

Ab­stän­de in­ner­halb von For­meln wer­den von LaTeX au­to­ma­tisch und ein­heit­lich ge­ne­riert.

Ein­ge­ge­be­ne Leer­zei­chen wer­den aus die­sem Grund prin­zi­pi­ell igno­riert.

Zif­fern und Buch­sta­ben wer­den immer ohne Ab­stand aus­ge­ge­ben - so er­zeu­gen die Be­feh­le $ab$ und $ a b $ beide die Aus­ga­be .

So­bald ein (bi­nä­rer) ma­the­ma­ti­scher Ope­ra­tor im Spiel ist, wird die­ser au­to­ma­tisch links und rechts mit Ab­stän­den zu sei­nen Nach­bar­zei­chen ver­se­hen. Bei­spiels­wei­se er­hält man so­wohl durch die Ein­ga­be von $a+b$ als auch von $ a + b $ die Aus­ga­be . Es kann je­doch durch­aus sinn­voll sein, die zwei­te Va­ri­an­te als Ein­ga­be zu wäh­len - vor allem bei län­ge­ren Aus­drü­cken ver­liert man sonst schnell die Über­sicht.



In der Regel müs­sen Sie sich also um die Ab­stän­de nicht küm­mern. Manch­mal möch­te man aber trotz­dem zu­sätz­li­che Ab­stän­de ein­fü­gen. Dafür gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten.

1.) Das ge­schütz­te Leer­zei­chen

Ein ein­fa­ches, sog. ge­schütz­tes Leer­zei­chen kann durch das Zei­chen ~ (STRG ALT +) er­zeugt wer­den. Bei­spiel: Wäh­rend $ ab cd $ als Aus­ga­be er­gibt, wird $ ab~cd $ zu . Auch hier sind wei­te­re, ge­wöhn­li­che Leer­zei­chen ohne Aus­wir­kung, d.h. für die letz­te­re Aus­ga­be könn­te man auch $ ab ~ cd $ ein­ge­ben. Im nächs­ten Ab­schnitt For­meln mit Text fin­den Sie eine wei­te­re Mög­lich­keit, zu­sätz­li­che Leer­zei­chen ein­zu­fü­gen.

Hin­weis: Im Edi­tor von tu­to­ry er­scheint bei Ein­ga­be des Zei­chens "~" an­stel­le der Tilde ein Ge­viert­strich (brei­ter Bin­de­strich).

2.) Wei­te­re Ab­stän­de

Dar­über hin­aus gibt es ei­ni­ge wei­te­re Be­feh­le, wel­che un­ter­schied­li­che, fest de­fi­nier­te Ab­stän­de er­zeu­gen. Der wohl am wei­tes­ten ver­brei­te­te unter ihnen ist der Be­fehl \quad - die­ser er­zeugt einen immer gleich brei­ten Ab­stand, ähn­lich dem Ta­bu­la­tor. Ge­nau­er ge­sagt ist die­ser Ab­stand 1 em, also ein Ge­viert breit, was un­ge­fähr der Brei­te des Groß­buch­sta­ben M ent­spricht (pro­por­ti­o­nal zur Schrift­grö­ße). Der Be­fehl \qquad er­zeugt einen Ab­stand, der dop­pelt so breit ist. Ein Bei­spiel fin­den Sie in der fol­gen­den For­mel (be­ach­ten Sie, dass in die­sem Bau­stein die Ein­ga­be der Dol­lar­zei­chen ent­fällt):

Für die LaTeX-​Profis sind in der nach­fol­gen­den Ta­bel­le alle gän­gi­gen Ab­stän­de auf­ge­lis­tet, die im LaTeX-​Mathemodus ver­wen­det wer­den kön­nen. Mit dem Be­fehl \hspace{} kann ein ei­ge­ner Ab­stand in cm oder mm fest­ge­legt wer­den.

Name

Größe

-Befehl

Beispiel

normaler Abstand

kleiner Abstand

3/18 em

\,

mittlerer Abstand

4/18 em

\:

großer Abstand

5/18 em

\;

0,5 em Abstand

0,5 em

\enspace

1 em Abstand

1 em

\quad

2 em Abstand

2 em

\qquad

eigener Abstand

variabel

\hspace{1cm}

Abstände im Mathemodus von LaTeX

For­meln mit Text

Manch­mal möch­te man in einer For­mel auch Text­bau­stei­ne ver­wen­den. In­ner­halb der Formel-​Umgebung wer­den Buch­sta­ben von LaTeX prin­zi­pi­ell als Va­ri­a­blen in­ter­pre­tiert und daher kur­siv (und ohne Ab­stän­de) ge­setzt. Wenn man nun ein Wort in die For­mel ein­bau­en möch­te, führt das zu einem un­vor­teil­haf­ten Er­schei­nungs­bild, da jeder ein­zel­ne Buch­sta­be als Va­ri­a­ble ge­setzt wird. Schau­en Sie in die fol­gen­de For­mel:

Wir wol­len zu­nächst dafür sor­gen, dass die Wör­ter von LaTeX auch als sol­che er­kannt wer­den. Dafür gibt es den Be­fehl \text{...}, in den wir die ent­spre­chen­den Text­bau­stei­ne ein­bet­ten:

Das sieht schon­mal bes­ser aus. Al­ler­dings feh­len zwi­schen den Zah­len und den Wör­tern immer noch die Ab­stän­de. Diese müs­sen ex­pli­zit ein­ge­ge­ben wer­den, z.B. durch die Ein­ga­be von ge­schütz­ten Leer­zei­chen vor den \text-​Befehlen. Man kann die Leer­zei­chen aber auch ein­fach in den \text-​Befehl hin­ein schrei­ben, dort wer­den sie näm­lich nicht igno­riert:

Letz­te­res hat den Vor­teil, dass immer nur ein ein­fa­ches Leer­zei­chen er­zeugt wird, un­ab­hän­gig davon, wie viele Leer­zei­chen tat­säch­lich ein­ge­ge­ben wer­den. Es macht also nichts aus, wenn man aus Ver­se­hen mehr­mals auf die Leer­tas­te drückt.

Ver­su­chen Sie zur Übung, die fol­gen­de For­mel so zu ver­än­dern, dass sie so aus­sieht wie die For­mel dar­un­ter:

Son­der­fall Ope­ra­to­ren

Ope­ra­to­ren wie z.B. Sinus oder Ko­si­nus wer­den in der Regel steil ge­setzt, um sie her­vor­zu­he­ben. Man kann dies wie in der obi­gen Bei­spiel­for­mel mit dem Be­fehl \text{} oder auch \mathrm{} re­a­li­sie­ren. Für ei­ni­ge Ope­ra­to­ren gibt es aber be­reits vor­de­fi­nier­te Be­feh­le, die genau dafür ge­dacht sind, die ent­spre­chen­den Funk­ti­ons­na­men steil aus­zu­ge­ben. Hier eine Über­sicht:

Operator

Ausgabe

Sinus

\sin

Kosinus

\cos

Tangens

\tan

Kotangens

\cot

Arkussinus

\arcsin

Arkuskosinus

\arccos

Arkustangens

\arctan

Exponentialfunktion

\exp

Logarithmus

\log

Limes

\lim

Determinante

\det

Operatoren

For­ma­tier­ter Text

Text­bau­stei­ne in­ner­halb von For­meln kön­nen auch zu­sätz­lich noch for­ma­tiert wer­den, z.B. mit­hil­fe der Be­feh­le \tex­tit (für kur­si­ve Schrift) und \text­bf (für fette Schrift):

Der Be­fehl \tex­tit er­zeugt dabei nicht das­sel­be Schrift­bild wie die ge­wöhn­li­che Schrift (ohne Be­feh­le). Diese ist zwar auch kur­siv, je­doch wird jeder Buch­sta­be als ei­ge­ne Ein­heit in­ter­pre­tiert, wo­durch die Buch­sta­ben etwas aus­ein­an­der ge­zo­gen wer­den. Das wird deut­lich, wenn man die obige For­mel noch ein­mal mit der ers­ten Bei­spiel­for­mel ver­gleicht (be­son­ders deut­lich ist der Ab­stand zwi­schen o und f zu sehen:

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